Ein JA am Kirchturm

Hilfswerke, auch unsere kirchlichen, unterstützen Menschen in Not. Solche entsteht u.a. durch die Ausbeutung der Arbeitskraft oder der natürlichen Lebensgrundlagen. Nicht in allen Ländern können sich die Menschen dagegen wehren oder ihre Rechte einfordern. Darum haben die Hilfswerke zusammen mit anderen Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative gestartet. Nationale und kantonale Kirchenleitungen unterstützen ihr Anliegen. Unsere Kirchenvorsteherschaft ist sich einig, dass der Einsatz für die Armen und Schwachen und die Bewahrung der Schöpfung ein Herzstück des Evangeliums sind und zu unserem christlichen Auftrag gehören.

Soll und darf sich die Kirche politisch positionieren? Dagegen spricht, dass die Kirche aus verschiedenen Menschen besteht, die auch unterschiedliche Meinungen vertreten dürfen. Für ein politisches Engagement spricht, dass es Themen gibt, zu denen die biblische Botschaft etwas zu sagen hat. Es wird vermutlich ebenso viele Kirchbürger geben, die ablehnen, dass sich eine Kirchgemeinde politisch äussert wie solche, die enttäuscht sind, dass sie es nicht tut. Was die Kirchgemeinde sicher nicht macht, ist Steuergelder oder Kollektengelder für politische Kampagnen einsetzen, auch nicht über Beiträge an Hilfswerke.

Unsere Kirchenvorsteherschaft hat einstimmig entschieden, bei diesem zentralen Thema unsere Meinung öffentlich zu machen, auch vom Kirchturm herab. Damit wollen wir auch dazu aufrufen, sich ernsthaft mit dem Anliegen der Initianten auseinander zu setzen. Damit Sie sich Ihre eigene Meinung bilden können, empfehlen wir Ihnen, sich die Podiumsdiskussion der Kirchgemeinde Tablat anzusehen. Sie fand am 29. Oktober statt und wurde aufgezeichnet. Mitdiskutiert haben Dr. Isabel Ebert, Universität St.Gallen, Dr. Paul Hälg, VR-Präsident Sika Holding, Dr. David Hofstetter, Rechtsanwalt und Prof. Mathias Wirth, Theologische Fakultät Uni Bern.

Flyer der Podiumsdiskussion